Erfahrungsbericht Giesemann VIVA tropic

Erfahrungsbericht Giesemann VIVA tropic

Hallo Aquascaping Freunde,

heute werde ich euch mal einen Erfahrungsbericht zur Giesemann VIVA tropic
hier Posten.
Der Bericht ist von DR. Bastian Güttler, er ist einer der ersten gewesen,
die in den Genuss gekommen sind, die neue Giesemann VIVA tropic über
Ihr Aquarium zu hängen.

So, dann werde ich euch mal den Bericht hier Posten.

Erfahrungsbericht Giesemann VIVA tropic

liebes Giesemann-Team,

ich freue mich, Ihnen heute über meine ersten Erfahrungen mit der der neuen
VIVA tropic zu berichten.
Ich bin Süßwasser-Aquarianer mit einem stark bepflanzten Panorama-Becken mit
den Maßen 130 cm Länge x 50 cm Breite x 60 cm Höhe (ca. 390 Liter).
Bislang
(seit 2006) wurde das Becken mit einer Giesemann Reflexx Sunrise T5 (4x 39
Watt) beleuchtet. Bestückt war die Reflexx Sunrise mit zwei
Leuchtstoffröhren 6.500 Kelvin und zwei Leuchtstoffröhren mit 4.000 Kelvin.
Obwohl die Reflexx Sunrise mit 1.200 mm fast so lang ist wie das Becken,
beträgt die Länge der Leuchtstoffröhren selbst nur ca. 900 mm. Trotzdem
leuchtet sie – ca. 25 cm oberhalb der Wasseroberfläche hängend – das
Aquarium auf der gesamten Länge perfekt aus.

Giesemann VIVA tropic

Der Umstieg auf LED

Nun sollte der Umstieg auf die neue LED-Technologie erfolgen. Meine
Anforderungen an die neue LED-Leuchte waren:

– ein einziger kompakter Leuchtenkörper, der das Aquarium auf der
gesamten Länge perfekt ausleuchtet (d.h. hier möglichst breiter
Abstrahlwinkel)
– hohe maximal erzielbare Lichtintensität (hohe gemessene Lux-Zahl
an
der Wasseroberfläche) bei hoher Energieeffizienz
– differenzierte Steuerbarkeit verschiedener Lichtkanäle (um das
gewünschte Farbspektrum zu erreichen)
– sanfte An- und Abdimmung (um einen schönen Sonnenauf- und
-untergang
zu imitieren)
– absolut geräuschloser Betrieb der Leuchte (kein Lüfter und auch
keine Störgeräusche von elektronischen Bauteilen)
– perfekte Form und Verarbeitung der Leuchte (Made in Germany)
– Montage mittels Seilaufhängung

Giesemann VIVA tropic

Giesemann VIVA tropic

Mit der neuen VIVA tropic hat Giesemann nun „meine Wunschleuchte“ auf den
Markt gebracht. Beim Umstieg von einer T5-Leuchte auf die die VIVA fällt zum
ersten einmal auf, dass die gesamte Leuchte viel kompakter und auch deutlich
leichter ist. Die Maße der Leuchte betragen nur ca. 900 x 250 x 37 mm. Die
Verarbeitung der VIVA ist Giesemann-typisch außerordentlich hochwertig – da
gibt es wirklich nichts zu beanstanden (Voll- Aluminiumgehäuse mit
integrierter Kühlstruktur). Das Gehäuse hat eine korrosionsfeste
Pulverbeschichtung – bei meiner VIVA in „Irridium-Metallic“ (dies ist ein
Anthrazit-Farbton).

Betrieben wird die VIVA mit 24 Volt Betriebsspannung über ein im
Lieferumfang enthaltenes Netzteil. Dieses Netzteil ist keine
Standard-Netzteil, sondern Sonderkonfektion. Es ist ordentlich groß und so
hochwertig verarbeitet – wie die Leuchte selbst. Prima ist auch, dass dieses
Netzteil keine nervenden Störgeräusche verursacht.
Wie bereits die Reflexx Sunrise, so wird auch die VIVA von mir mit der
Giesemann-Seilaufhängung befestigt und hängt ca. 20 bis 25 cm über der
Wasseroberfläche. Obwohl Giesemann als Empfehlung die Leuchte nur für
Beckenlängen bis 110 x 55 x 60 cm angibt, leuchtet die VIVA auch mein Becken
mit den genannten Maßen von 130 x 50 x 60 cm wirklich perfekt aus – sowohl
in der Länge als auch in der Tiefe bis zum Aquarienboden. In der Breite des
Beckens stellt die Ausleuchtung aufgrund des hohen Abstrahlwinkels von 100°
erwartungsgemäß sowieso kein Problem dar.
Alle Einstellungen der Leuchte werden direkt über das sehr schöne (aber
relativ kleine) beleuchtbare Display und den danebenliegenden kleinen
Auswahltaster vorgenommen. Der Taster ist etwas gewöhnungsbedürftig,
funktioniert aber sehr gut, wenn man erst einmal das Prinzip verstanden hat.
Man kann drei verschiede Farbkanäle (A, B und C) getrennt ansteuern und mit
bis zu 8 Schaltpunkten stufenlos dimmen. Der Farbkanal A ist strak
blaulastig (blaue und weiße LED) mit einer Farbtemperatur im hohen
Kelvinbereich. Farbkanal B ist stark grünlastig (grüne und weiße LED) mit
einem eher niedrigen Kelvinbereich. Der Farbkanal C ist für mich der
wichtigste Farbkanal, denn mit den hier verbauten weißen LED (Neutralweiß
bis Kaltweiß) wird die „Grundlast“ der Beleuchtung gesteuert. Nach meiner
Einschätzung macht es in einem Pflanzenaquarium wenig Sinn, den grünlastigen
B-Kanal oder den blaulastigen A-Kanal alleine zu betreiben. Diese beiden
Farbkanäle dienen allein der Farbkomposition, wobei man durch Einstellung
unterschiedlicher Lichtintensitäten das Farbspektrum bzw. die Lichtfarbe in
Kelvin nach Wunsch verschieben kann. Mit allen drei Farbkanälen zusammen
erreicht man tageslichtähnliches Vollspektrum. Sind alle Farbkanäle auf 100
% eingestellt, so hat die VIVA einen Stromverbrauch von 150 Watt, d.h. für
jeden Farbkanal ca. 50 Watt.

Giesemann VIVA tropic

Die Einstellungen

Bei mir sieht die Steuerung der drei Farbkanäle wie folgt aus:

– insgesamt wird das Aquarium 10 Stunden lang beleuchtet (Tageslänge
am Äquator abzüglich der Zeiten mit steilem, d.h. lichtarmem
Lichteinfallwinkel)
– Farbkanal C: „Sonnenaufgang“ eine Stunde von 0 % auf 100 %, dann 8
Stunden auf 100 %, dann „Sonnenuntergang“ eine Stunde von 100 % auf 0 %.
– Farbkanal A und B: Simulation der maximalen Tageshelligkeit um die
Mittagszeit mit der im Tagesverlauf höchsten Farbtemperatur (Kelvinzahl),
d.h. hier Hochdimmung von 0 % auf 100 % über einen Zeitraum von einer
Stunde, dann drei Stunden Verbleib bei 100 % und dann Abdimmung über einen
Zeitraum von wieder einer Stunde von 100 % auf 0 %.

Die Dimmverläufe verlaufen sehr sanft in wirklich vielen kleinen Stufen,
wodurch sich ein natürlicher visueller Lichteindruck ergibt. Auch beginnt
bzw. endet jede Dimmung bei 1 % mit einer sehr geringen Lichtintensität,
wodurch nicht der Eindruck eines abrupten Lichtabbruchs entsteht – wirklich
richtig gut gemacht!

Über den Menüpunkt „Regler“ kann man alle drei Farbkanäle einzeln und
zusammen manuell testen, um die für sich optimale Farbkomposition zu
erreichen. Als weitere interessante Einstellungen kann man unter
„Simulation“ verschiedene Wettereinstellungen imitieren. Dies sind Wolken
sowie der komplette Mondzyklus. Auch hier stehen von der Farbmischung bis
zur Lichtintensität sowie der Häufigkeit und Zeitdauer der
Wettererscheinungen vielfältige Einstellmöglichkeiten zur Verfügung.

Um die Beleuchtungsstärke der VIVA – neben dem visuellen Eindruck – auch
objektiv zu testen, habe ich die Lux-Werte direkt an der Wasseroberfläche
mit einem Luxmeter gemessen:

– Farbkanal C bei 1 %:
60 Lux
– Farbkanal C bei 50 %:
13.500 Lux
– Farbkanal C bei 100 %:
30.000 Lux
– Farbkanal A, B und C bei 100 % (maximale Beleuchtungsstärke):
80.000 Lux

Zum Vergleich: Ein heller Sommertag (Sonne) hat bis zu 100.000 Lux. Ein
bedeckter Sommertag (leicht bewölkt) ca. 25.000 Lux.

Giesemann VIVA tropic

Mein eigenes Fazit

Nach meiner sehr langjährigen Süßwasser-Aquaristikerfahrung ist die
Beleuchtungsstärke der Giesemann VIVA tropic auch für ein intensiv bepflanztes
Aquarium großzügig dimensioniert. Zur Beurteilung ziehe ich hier neben dem visuellen
Eindruck und dem Wachstum der Pflanzen die gemessenen Sauerstoffwerte bzw.
die Sauerstoffsättigung des Wassers bedingt durch die Photosyntheseaktivität
heran (diese wird bei mir über einen GHL-Aquariencomputer gemessen). Bei der
Messung wird auf eine intensive Oberflächenwasserbewegung verzichtet, damit
diese Größe den Sauerstoffeintrag möglichst wenig beeinflusst. Alle anderen
Faktoren des Pflanzenwachstums wie Temperatur, CO2 und Nährstoffe sind im
optimalen Verhältnis vorhanden. Eine für Pflanzen optimale Lichtintensität
bei optimalem Lichtspektrum (Vollspektrum) ist dann erreicht, wenn in Laufe
des Licht-Tages eine Sauerstoffsättigung von 100 % erreicht wird und die
Pflanzen anfangen, kleine Sauerstoffbläschen zu perlen.

Am Ende der „Aquariennacht“, d.h. unmittelbar vor dem Einschalten der
Beleuchtung, hat ein Aquarium immer den niedrigsten Sauerstoffwert bzw. die
niedrigste Sauerstoffsättigung. Bei mir sind dies 5,5 mg/l bzw. 65 %. Mit
Beginn der Beleuchtung und dem Start der Photosynthese steigt dieser Wert
rasch an. Bereits nach vier Stunden Beleuchtung beträgt die
Sauerstoffsättigung 80 % – bei Beleuchtung mit nur einem Farbkanal (Kanal
C), d.h. rund 1/3-Leistung der LED-Leuchte. Werden nun noch die beiden
anderen Farbkanäle – bei mir der blaulastige A-Kanal und der grünlastige
B-Kanal – zugeschaltet und auf 100 % hochgefahren, so hat die Leuchte ihre
maximale Helligkeit erreicht. Eine Sauerstoffsättigung von 100 % wird
bereits nach sechs Stunden Beleuchtung erreicht und die Pflanzen beginnen
intensiv zu perlen, d.h. das Fotosyntheseoptima ist erreicht. Nach acht
Stunden Beleuchtung erreicht die Photosynthese der Pflanzen ihr Maxima und
die Sauerstoffsättigung steigt auf 105 %. Eine weitere Steigerung der
Lichtintensität würde keine weitere Photosynthesesteigerung mehr bewirken –
im Gegenteil, für die Pflanzen würden dies auf Dauer eher „Lichtstress“
bedeuten. Diese Beobachtungen gelten natürlich nur für den Pflanzenbestand
in meinem Aquarium. Bei besonders „lichthungrige“ Pflanzen würde sich das
Photosyntheseoptimum entsprechend erst bei länger Beleuchtungsdauer oder
ggf. erst unter noch höherer Beleuchtungsintensität einstellen.

Auch rein visuell betrachtet bringt die VIVA eine hervorragende Beleuchtung
ins Süßwasseraquarium. Arbeiten alle drei Farbkanäle mit maximaler
Intensität, so erhält man einen phantastischen Gesamteindruck und eine
deutliche Verbesserung gegenüber T5-Röhrern. Die drei Farbkanäle harmonieren
sehr gut und bieten eine ausgewogene Farbmischung, die sowohl Pflanzen als
auch Fische beeindruckend in Szene setzt.

Mein Dank

Ich darf mich an dieser Stelle bei der Fa. Giesemann für dieses
Spitzenprodukt des Aquarienleuchtenbaus bedanken. Neben dem eigentlichen
Produkt ist mir der Pre-Sales und After-Sales Service ebenso sehr wichtig.
Der telefonische Kontakt vor und nach dem Kauf war stets sehr angenehm und
überaus fachkundig.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bastian Güttler

Giesemann VIVA tropic

Na, das halte ich doch mal für einen ganz netten Erfahrungsbericht, Top geschrieben.

Hier gibt es weitere Infos zur neuen Giesemann VIVA tropic – Klick

Lg, euer Mark

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Mark Flato

Author: Mark Flato

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